Die Sanierungsarbeiten am Kalsmunt in Wetzlar gehen voran. Der Förderverein Kalsmunt informierte am Mittwoch (15. September) den Bürgermeister und Baudezernenten der Stadt Wetzlar Andreas Viertelhausen (FW) über den Fortgang der Sanierung. Aktuell wird an der Westseite des Turms poröser Mörtel entfernt und das Mauerwerk mit frischem Mörtel stabilisiert. Dabei werden auch fehlende Steine wieder eingesetzt und herausragende Steine untermauert. Weiterhin werden Grünbewuchs und Wurzelwerk, das sich in der Mauer festgesetzt hat, entfernt. Überraschend für die Steinmetze Jürgen Reitz, Olaf Schulz und Jörg Fichtner ist, dass die Kernsubstanz des Mörtels aus der Stauferzeit stabiler sei als gedacht: „Der Substanzverlust von 1000 Jahren beträgt nur 30 Zentimeter“, so Reitz. Daher sei eine Sanierung in der Tiefe nicht erforderlich.

Am Sonntag, 12. September 2021, sind Interessierte eingeladen, das Kalsmuntgelände zu erkunden. Der Tag des offenen Denkmals bietet die Gelegenheit, vom Turm aus einen umfassenden Blick auf die Häuser der Altstadt, auf das Lahntal und die Hügel des Lahn-Dill-Berglandes zu erhalten.

Sommerschnappschuss
09. September 2021

Am 29. August führte der Förderverein Kalsmunt, zusammen mit der Tourist-Information Wetzlar, den ersten Kalsmunttag durch. Trotz des eher herbstlichen statt sommerlichen Wetters besuchten über 50 Personen den Turm.

Grabung 2021
16. August 2021

Die Lehrgrabung des diesjährigen Sommers ist abgeschlossen. Weitere Mauerreste wurden gefunden und der vermutete Verlauf der Ringmauer belegt. Außerdem konnte am Fuße des Turmes Originalstruktur freigelegt werden. Diese zeigt, dass der Turm spätestens ins 12. Jahrhundert datiert werden kann.

1956 zog der kleine Wolfgang Stolecki nach Wetzlar. Damals war bereits die Südwand des Turmes glatt hochgemauert. Es hieß, sagt Stolecki, ein junger Mann hätte versucht, an der Wand emporzuklettern, wäre heruntergefallen und hätte sich dabei schwer verletzt. Als Reaktion darauf wurde die Wand hochgemauert.